MIT TOPQUOTE DER
WM-CHANCE NÄHER


Als die letzten Fragen gestellt, die letzten Fotos geschossen und die letzten Autogramme geschrieben waren, konnte Luan Krasniqi ein wenig durchschnaufen.

Die Last der vergangenen Tage fiel ein wenig vom Rottweiler Schwergewichtler ab. Es war ein wichtiger Sieg, den er am Samstagabend gegen Brian Minto erboxt hat: „Ich habe heute auf Sicherheit geachtet. Das war das wichtigste. Nach elf Monaten Pause, musste ich wieder in den Ring, wieder in den Kampf kommen.“

8,1 Millionen Zuschauer in der Spitze wollten sehen, wie Krasniqi nach seiner langen Pause gegen den Schulz-Bezwinger Brian Minto boxt. Freunde der Volksmusik und Fans von „Deutschland sucht den Superstar“ mussten sich entscheiden, was ihnen wichtiger ist. Die meisten entschieden sich offensichtlich für Krasniqi und bescherten dem ZDF hiermit einen quotenträchtigen Abend.

Der Lohn für seinen Sieg ist der Interconti-Titel der WBO und die Aussicht auf einen WM-Kampf Ende 2007. Voraussetzung wird wohl ein weiterer Kampf gegen ein Top-Ten-Boxer im Sommer diesen Jahres sein.

Wenn es nach Luan Krasniqi gehen würde, wäre der Gegner schon jetzt klar: „Mir wäre Lamon Brewster am liebsten. Aber ich boxe auch gegen jeden anderen, der mir den Titelkampf ermöglicht. Die Hauptsache ist, dass ich noch einmal eine Chance bekomme.“

Krasniqi fühlt sich für die kommenden Aufgaben bereit: „Allen Kritikern möchte ich mal empfehlen, sich gegen Brian zu stellen. Er ist ein harter Mann. Sicherlich hätte ich ein paar Sachen anders machen können, vielleicht auch sollen. Aber dieses Gerede von einem frühzeitigen K.o. war schon vorher Unsinn. Ich habe vorher klar gesagt, dass ich den Kampf Stück für Stück aufbauen werde. Und genau das ist auch passiert.“

Denn unterschätzt hat Krasniqi seinen Gegner nicht: „Was wäre denn passiert, wenn ich offen gegen ihn gegangen wäre und er mich im Schlagabtausch erwischt? Ich wäre doch der Trottel der Nation gewesen. Und wie nach dem Brewster-Kampf hätten alle gesagt, warum boxt du nicht auf Sicherheit?“

So zeigt sich Krasniqi nach seinem Kampf vor allem glücklich über eines: Dass er seine Zwangspause gut verkraftet und wieder Kurs auf sein großes Ziel gesetzt hat: Den WM-Gürtel nach Deutschland zu bringen.


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